Januar 13

Der Preis der Sichtbarkeit

Sichtbarkeit ist immer wieder ein Thema unter uns Autoren. Sichtbarkeit bedeutet für uns, einen Roman auf einem Tisch in der Buchhandlung zu platzieren, ein gutes Verkaufsranking in den Online-Portalen, vielleicht sogar ein Platz in der Bestsellerliste. Sichtbarkeit bedeutet unter Umständen mediales Interesse – Blogger, Zeitungen. Möglicherweise sogar das Fernsehen. Sichtbarsein bedeutet gesehen werden. Und letztlich entscheidet die Sichtbarkeit über den Erfolg. Leider gibt es auch das Gegenteil.

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Januar 1

Bye bye 2016 – welcome 2017!

Willkommen 2017!

Endlich. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber selten war ich so froh, ein Jahr hinter mir gelassen zu haben. Noch in der Nacht habe ich alle Kalender im ganzen Haus gewechselt, vom Terminplaner bis zum Wandkalender im Zimmer meines Sohnes. Das Jahr, das ich endlich abschließen konnte, war wie ein Ritt auf einem wildgewordenen Pavian: anstrengend, intensiv, unberechenbar, verrückt, schmerzhaft. 2016, was ich dir schon lange sagen wollte: du kannst mich mal. Willkommen 2017!

Ich persönlich gehe ohne Erwartungen in das neue Jahr. Wenn mich 2016 etwas gelehrt hat, dann das: Erwartungen und Hoffnungen können jederzeit enttäuscht werden, und Menschen verhalten sich sowieso immer anders.

Aber Wünsche werde ich äußern.

Meinen Kolleginnen und Kollegen wünsche ich ein kreatives Jahr mit tollen, neuen Ideen, guten Verträgen, guter Sichtbarkeit der Werke, zufriedenen Lesern, soliden Verkaufszahlen. Dem ein oder anderen wünsche ich einen Listenplatz in der Spiegelliste oder eine ausgezeichnete Agentur, die endlich das brachliegende Potenzial entdeckt. Vor allem aber: dass ihr euch nicht verbiegen lasst, dass ihr euch die eigene Stimme bewahrt und erhaltet. Jede einzelne davon ist wertvoll und wichtig.

Den hilfreichen Geistern rund um das Buch, wie Agenten, Lektoren, Redakteuren, Cover-Designer, Vertriebsmitarbeitern, Buchhändlern, wünsche ich ein erfolgreiches Jahr. Ein Jahr, das Ängste vor der Zukunft nimmt, das gute Bilanzen nicht nur verspricht sondern auch hält. Ein Jahr, das Kraft gibt, mutig zu sein und Neues zu wagen – neue Autorennamen, neue Genres, neue Themen.

Den Lesern wünsche ich zahllose Stunden mit anregendem Lesestoff. Dass ihr neue Welten entdeckt, neue Autoren, neue Genres. Aber auch alte Namen wiederfindet. Dass ihr euch verzaubern oder wecken lasst und nicht müde werdet, dem Buch die Treue zu halten.

Uns allen wünsche ich gemäß der Jahreslosung 2017 ein neues Herz: Weniger Angst, Verschlossenheit, Verzagtheit, Wankelmütigkeit, Klagen, Egoismus. Stattdessen Mut. Offenheit. Stärke. Entschlossenheit. Dankbarkeit, Empathie. Weniger Stock im Arsch, dafür mehr (Aus-)Gelassenheit.

Hey, das Leben ist schön. Es ist einzigartig. Es ist kostbar. Jedes einzelne. Und jeder einzelne Mensch.

Schließen möchte ich mit einem Zitat von Mahatma Gandhi:

„Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.“

In diesem Sinne ein gutes Jahr 2017, euch allen und euren Lieben,

Yvonne.

Dezember 5

Vorhänge zu – Welt, bleib draußen

Wenn ich morgens in mein Arbeitszimmer gehe, ziehe ich die Vorhänge zu. Das ist meine erste Handlung an jedem Arbeitstag, egal, wie das Wetter draußen ist. Und da ich nun doch nicht in absoluter Dunkelheit schreiben kann, schalte ich eine Lampe an, die schräg hinter mir steht. Das Licht scheint so eher diffus auf die Tastatur meines Laptops, so wie ich es brauche, um die richtigen Tasten zu treffen. Klingt schräg?

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November 20

Meine Katzen sind groß und laut …

Katzen Romane Bikes Biker Autorin Yvonne Wüstel Yvonne Asmussen

Ist euch auch schon mal aufgefallen, dass jeder Autor seine Lieblinge hat, die ständig in seinen Romanen auftauchen? Damit sind nicht unbedingt bestimmte Figuren oder Settings gemeint. Für viele meiner Kollegen sind es Katzen: In jedem Roman – unabhängig vom Genre – trifft man irgendwo auf eine Katze, die in ihrem Körbchen liegt, auf der Fensterbank sitzt, gefüttert werden will oder den Protagonisten morgens mit einem Sprung auf die Brust und einem vorwurfsvollen Maunzen weckt. Und gelegentlich dreht sich auch der ganze Roman um die Vierbeiner. Ich kann mich davon nicht ausschließen. Auch bei mir findet man etwas immer wieder, in allen Variationen. Allerdings sind es keine Katzen.

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November 14

Mit der Plastikschaufel gegen den Mist der Welt

Schaufel Mist Yvonne Wüstel Autorin Leben Jesus

Die Ereignisse der vergangenen Woche haben mich erschüttert, durchgerüttelt, mir die Sprache geraubt. Viele Menschen, klüger und wortgewandter als ich, haben dazu bereits ihre Meinung geäußert. Und ich will hier nicht wiederkäuen, was Andere schon so viel besser gesagt haben, als ich es jemals könnte.

Als Christin, also als Mensch, der an Jesus Christus glaubt, sein Wort als Maßstab für das eigene Leben ansieht, sind diese Ereignisse unerträglich. Da ist so viel falsch in dieser Welt. So viele Missstände: Hunger. Kriege. Ungerechtigkeit. Diskriminierungen. Folter. Zerstörung der Umwelt. Rüstungsexporte. Bildungsmangel. Kindersterblichkeit. Die Tatsache, dass in Ländern der sogenannten Dritten Welt Menschen an Krankheiten krepieren, die mit wenigen Euro heilbar wären. Obdachlose, die in unserem reichen Land erfrieren, weil es nicht genug Übernachtungsplätze für sie gibt. Überforderte Eltern. Misshandelte Kinder. Menschen, die alles haben – und dennoch emotional verhungern und leiden. Und was kann ich tun? Ich, Yvonne, kleines, schwaches, stotterndes und zitterndes Bündel Mensch? Ich stehe vor einem Misthaufen, gegen den der Stall des Augias eine von diesen Plastik-Sandkisten aus dem Baumarkt ist, und habe nichts in der Hand als die kleine Schaufel, die mein Sohn früher mit an den Strand genommen hat. Das schmerzt. Es dringt ganz tief ein und wird für mich sogar körperlich spürbar. Ich werde traurig. Wütend. Und irgendwann müde. Unendlich müde.

Mitten in diese Müdigkeit, diese Ohnmacht, fiel mir plötzlich ein, dass Jesus gesagt hat „liebe deinen Nächsten“. Er hat mir nicht den Auftrag gegeben, die Politik zu verändern, den Hunger abzuschaffen, alle Krankheiten zu heilen und aus der Welt ein Paradies zu machen. Selbst Mensch wusste er, dass das eine unmögliche Aufgabe ist, die niemand bewältigen kann. Und ich schon gar nicht. Deshalb „liebe deinen Nächsten“. Das heißt für mich, mich auf meine Fähigkeiten zu besinnen und die einzusetzen. Nicht irgendwo in Brüssel oder Washington. Sondern hier. Bei mir. Direkt vor meiner Haustür.

Ich bin ein Mensch. Schwach und alles andere als vollkommen. Aber ich kann lächeln, trösten, in den Arm nehmen, verteidigen, aufbauen, reden, zuhören, erklären, verstehen, vergeben. Ich kann für meine Überzeugungen geradestehen. Ich kann mich meinen Überzeugungen entsprechend verhalten. Und ich kann schreiben.

Das ist mein Job, meine Aufgabe. Meine Berufung. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.

 

November 8

Writer to the Bone – Feder, Rose, Schädel

Writer to the bone Autorin Yvonne Wüstel Romane

Das bin ich. Ein „Writer to the bone“ oder „Autorin durch und durch“. Das Schreiben prägt meinen Alltag, meine Zeiteinteilung, meine Freizeit, meine Freundschaften, mein häusliches Umfeld. Für´s Schreiben brauche ich eine ganze Reihe Dinge – Werkzeuge, Hilfsmittel, aber auch Dekoration: Mein Notebook natürlich (es heißt Hewie, und ich liebe es!), viele Notizbücher, Stapel an Notizzetteln, Kugelschreiber und Bleistfte, einen Schreibtisch, dichte Vorhänge, die passende Musik, Kerzen, Tee … Ich könnte die Liste noch weiter fortsetzen und bestimmt werde ich hier irgendwann dem einen oder anderen ein paar Zeilen widmen. Aber letztlich sind es vor allem drei Dinge, die mich und mein Autorendasein als Writer to the Bone prägen und ausmachen:

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