Dezember 5

Vorhänge zu – Welt, bleib draußen

Wenn ich morgens in mein Arbeitszimmer gehe, ziehe ich die Vorhänge zu. Das ist meine erste Handlung an jedem Arbeitstag, egal, wie das Wetter draußen ist. Und da ich nun doch nicht in absoluter Dunkelheit schreiben kann, schalte ich eine Lampe an, die schräg hinter mir steht. Das Licht scheint so eher diffus auf die Tastatur meines Laptops, so wie ich es brauche, um die richtigen Tasten zu treffen. Klingt schräg?

Lesen Sie weiter

November 20

Meine Katzen sind groß und laut …

Katzen Romane Bikes Biker Autorin Yvonne Wüstel Yvonne Asmussen

Ist euch auch schon mal aufgefallen, dass jeder Autor seine Lieblinge hat, die ständig in seinen Romanen auftauchen? Damit sind nicht unbedingt bestimmte Figuren oder Settings gemeint. Für viele meiner Kollegen sind es Katzen: In jedem Roman – unabhängig vom Genre – trifft man irgendwo auf eine Katze, die in ihrem Körbchen liegt, auf der Fensterbank sitzt, gefüttert werden will oder den Protagonisten morgens mit einem Sprung auf die Brust und einem vorwurfsvollen Maunzen weckt. Und gelegentlich dreht sich auch der ganze Roman um die Vierbeiner. Ich kann mich davon nicht ausschließen. Auch bei mir findet man etwas immer wieder, in allen Variationen. Allerdings sind es keine Katzen.

Lesen Sie weiter

November 8

Writer to the Bone – Feder, Rose, Schädel

Writer to the bone Autorin Yvonne Wüstel Romane

Das bin ich. Ein „Writer to the bone“ oder „Autorin durch und durch“. Das Schreiben prägt meinen Alltag, meine Zeiteinteilung, meine Freizeit, meine Freundschaften, mein häusliches Umfeld. Für´s Schreiben brauche ich eine ganze Reihe Dinge – Werkzeuge, Hilfsmittel, aber auch Dekoration: Mein Notebook natürlich (es heißt Hewie, und ich liebe es!), viele Notizbücher, Stapel an Notizzetteln, Kugelschreiber und Bleistfte, einen Schreibtisch, dichte Vorhänge, die passende Musik, Kerzen, Tee … Ich könnte die Liste noch weiter fortsetzen und bestimmt werde ich hier irgendwann dem einen oder anderen ein paar Zeilen widmen. Aber letztlich sind es vor allem drei Dinge, die mich und mein Autorendasein als Writer to the Bone prägen und ausmachen:

Lesen Sie weiter

November 4

Eine Frau – viele Namen. Oder: Warum Pseudonyme?

Pseudonyme Vielfalt Romane Yvonne Jarré Yvonne Asmussen Yvonne Winkler Franziska Wulf

Eine Frage, die mir oft gestellt wird, und das nicht nur von Lesern, sondern auch von Kollegen: Warum nutzt du eigentlich Pseudonyme?
Für die Wahl eines anderen Namens kann es natürlich verschiedene gute Gründe geben:
Entweder will man nicht auffindbar sein (oder wenigstens nicht so schnell – die Herrschaften der Geheimdienste sollen ja auch etwas zum Knobeln haben, nicht wahr?).
Oder man schreibt Romane in einem Genre, das … nun ja … nicht ganz jugendfrei ist, und man möchte vermeiden, dass der kleine Sohn oder die Tochter sich in der Schule rechtfertigen müssen für den »Schmuddelkram« den die Mama da zu Hause an ihrem Schreibtisch produziert.

Doch was trifft auf mich zu?

Also.
Ich habe keine Probleme mit dem Geheimdienst, schreibe weder Erotik-Romane noch Eingeweide-verspritzenden Horror und stehe hinter jedem Wort, das ich geschrieben habe.
Aber warum dann? Warum schreibe ich nicht unter meinem Klarnamen?
Vielleicht kann ich es so am Besten erklären:
Schließen Sie mal bitte die Augen und denken Sie an Ihr Lieblingsgericht. Na, bekommen Sie schon Appetit? Gut. Und nun stellen Sie sich bitte vor, dass Sie dieses Gericht jeden Tag essen – von Montag bis Sonntag, den ganzen Monat lang. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich finde diese Vorstellung gruselig. Und ich wüsste, dass mir spätestens in der zweiten Woche diese Speise aus dem Hals hängen und die längste Zeit mein Lieblingsgericht gewesen sein würde. Ich brauche Abwechslung auf dem Teller: Ich liebe Pasta und die Italienische Küche, aber auch Chilli, Indisch, Sushi, Thai, Käsebrote, Ungarisches Gulasch oder Königsberger Klopse. Und die Rouladen meiner Mutter … Mir läuft gerade das Wasser im Mund zusammen.
So geht es mir mit dem Schreiben. Ich liebe es, spannungsgeladene, aktionreiche Krimis und Thriller zu schreiben. Und doch brauche ich gelegentlich die Tiefe und Romantik eines Liebes- oder Entwicklungsromans, die Opulenz von Love and Landscape und Fantasy, oder die bittere Düsternis einer Dystopie.
Aber warum schreibe ich dann nicht all diese Romane – und verwende meinen eigenen Namen?
Um bei dem kulinarischen Beispiel zu bleiben: Stellen Sie sich ein Restaurant vor, das ganz schlicht »Bei Yvonne« heißt. Was erwartet Sie da? Dem Voramen nach könnte es Französische Küche sein. Vielleicht auch Hausmannskost. Der Vorname ist ja nicht allzu selten. Aber ich wette, Sie wären mehr als überrascht, wenn Sie auf der Karte neben Currywurst und Falafel auch noch Sushi, Spaghetti Bolognese und Empanadas finden würden.
Vielleicht wären Sie nicht nur überrascht, sondern würden sich fragen, wie ein Koch in einer Küche all diese doch sehr unterschiedlichen Speisen gut zubereiten können soll (dass es geht, könnte meine Familie Ihnen bestätigen – aber das nur am Rande).
Deshalb schreibe ich unter Pseudonym.
Für jedes Genre ein Name. Damit niemand versehentlich zu einem Liebesroman greift, der eigentlich einen Krimi wollte.
Das soll Sie ja nicht daran hindern, bewusst mal etwas Neues auszuprobieren und einen der anderen Namen zu versuchen.
Denn »am Herd« stehe immer nur ich.
Yvonne Wüstel, Autorin.
Sie sind herzlich eingeladen!