November 28

„WetGrave“ von Alf Stiegler

Es ist schon lange her, seit ich einen ScienceFiction-Roman gelesen habe. Ich glaube, der letzte stammte aus einer Buch-Serie zur Fernseh-Serie Star Trek und war eher unteres Regal, sowohl was die Story als auch den Stil betrifft. Aber ich mag gute Science Fiction und war ein bisschen ausgehungert. Umso mehr habe ich mich auf „WetGrave“ von Alf Stiegler gefreut. Da das Cover auch noch einer meiner persönlichen Alpträume ziert, durfte ich mit einem Ausflug in Meerestiefen rechnen. ScienceFiction plus der Horror eines Tauchgangs mit gefräßigem Wasserviehzeug? Mehr geht fast nicht. Entsprechend waren meine Erwartungen an den Roman ziemlich hoch. Wurden sie enttäuscht?

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November 20

Meine Katzen sind groß und laut …

Katzen Romane Bikes Biker Autorin Yvonne Wüstel Yvonne Asmussen

Ist euch auch schon mal aufgefallen, dass jeder Autor seine Lieblinge hat, die ständig in seinen Romanen auftauchen? Damit sind nicht unbedingt bestimmte Figuren oder Settings gemeint. Für viele meiner Kollegen sind es Katzen: In jedem Roman – unabhängig vom Genre – trifft man irgendwo auf eine Katze, die in ihrem Körbchen liegt, auf der Fensterbank sitzt, gefüttert werden will oder den Protagonisten morgens mit einem Sprung auf die Brust und einem vorwurfsvollen Maunzen weckt. Und gelegentlich dreht sich auch der ganze Roman um die Vierbeiner. Ich kann mich davon nicht ausschließen. Auch bei mir findet man etwas immer wieder, in allen Variationen. Allerdings sind es keine Katzen.

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November 16

Menschen-Seelen-Leben – Blog zum Thema vererbtes Kriegstrauma

Wer meine einleitenden Worte zu meiner Seite Links gelesen hat, der wird sich jetzt vor Lachen auf die Schenkel klopfen und sagen: „Da hält sie sich ja lange dran!“ Der Initiator der Seite Menschen-Seelen-Leben ist nämlich Jens-Micheal Wüstel und der ist – der Name lässt es schon vermuten – mein Ehemann. Aber das ist nicht der Grund, weshalb ich diesen Blog hier vorstelle und allen Interessierten ans Herz legen möchte. Die einzige Verbindung, die ich da herstellen kann: Wenn Jens-Michael nicht mein Mann wäre, wäre ich vermutlich lange nicht auf das Thema „vererbtes Kriegstrauma“ und die Situation der Enkelgeneration aufmerksam geworden. Und das, obwohl ich selbst mittendrin stecke.

Auf dieser Seite beschäftigt  sich mein Mann mit unterschiedlichen Themen, die sich aber alle um das Kernproblem der Kriegsenkel und des vererbten Traumas drehen: Trauma-Ursachen und -Folgen, den Umgang mit Wissen und Unwissen, Schuld, Vergebung, Loslassen, Meditation, Glauben, Politik, Engagement … Viele dieser Themen, Fragen und Probleme sind nicht allein für die Situation der Kriegsenkel in unserem Land wichtig. Sondern sie können in ihrem Verständnis auch helfen, Traumatisierte anderer Nationen, ob in Vergagngenheit oder Gegenwart, zu verstehen und diesen Menschen zu helfen. Denn die zahlreichen Krisengebiete erzeugen täglich neue Scharen von Traumatisierten, deren Kinder und Enkel irgendwann vor ähnlichen Problemen stehen werden. Wenn man ihre Situation nicht beachtet und rechtzeitig Hilfen anbietet.

Nun könnt ihr euch natürlich fragen, warum wir das nicht einfach am Esstisch oder Abends auf dem Sofa besprechen. Ja, das tun wir. Sehr oft. Immer wieder drehen sich unsere Gespräche um die aktuelle Politik. Um Trauer und Ohnmacht. Wut und Hilflosigkeit. Um Möglichkeiten, Notwendigkeiten und Chancen. Trotzdem lese ich diesen Blog regelmäßig und gern. Ohne zu lektorieren, denn das kann mein Mann selbst. Warum? Viele der Beiträge auf dieser Webseite sind die Essenz und Weiterentwicklung unserer Gespräche. Und Vieles lässt sich schriftlich leichter und klarer ausdrücken. Da, wo die Emotionen so stark werden, dass es einem die Sprache verschlägt, kann die Distanz von Fingern, Tastatur und Bildschirm helfen, die Worte doch noch zu finden.

Deshalb lese ich den Blog und kann ihn nur empfehlen.

Hier noch einmal der Link:  http://menschen-seelen-leben.de

 

November 14

Mit der Plastikschaufel gegen den Mist der Welt

Schaufel Mist Yvonne Wüstel Autorin Leben Jesus

Die Ereignisse der vergangenen Woche haben mich erschüttert, durchgerüttelt, mir die Sprache geraubt. Viele Menschen, klüger und wortgewandter als ich, haben dazu bereits ihre Meinung geäußert. Und ich will hier nicht wiederkäuen, was Andere schon so viel besser gesagt haben, als ich es jemals könnte.

Als Christin, also als Mensch, der an Jesus Christus glaubt, sein Wort als Maßstab für das eigene Leben ansieht, sind diese Ereignisse unerträglich. Da ist so viel falsch in dieser Welt. So viele Missstände: Hunger. Kriege. Ungerechtigkeit. Diskriminierungen. Folter. Zerstörung der Umwelt. Rüstungsexporte. Bildungsmangel. Kindersterblichkeit. Die Tatsache, dass in Ländern der sogenannten Dritten Welt Menschen an Krankheiten krepieren, die mit wenigen Euro heilbar wären. Obdachlose, die in unserem reichen Land erfrieren, weil es nicht genug Übernachtungsplätze für sie gibt. Überforderte Eltern. Misshandelte Kinder. Menschen, die alles haben – und dennoch emotional verhungern und leiden. Und was kann ich tun? Ich, Yvonne, kleines, schwaches, stotterndes und zitterndes Bündel Mensch? Ich stehe vor einem Misthaufen, gegen den der Stall des Augias eine von diesen Plastik-Sandkisten aus dem Baumarkt ist, und habe nichts in der Hand als die kleine Schaufel, die mein Sohn früher mit an den Strand genommen hat. Das schmerzt. Es dringt ganz tief ein und wird für mich sogar körperlich spürbar. Ich werde traurig. Wütend. Und irgendwann müde. Unendlich müde.

Mitten in diese Müdigkeit, diese Ohnmacht, fiel mir plötzlich ein, dass Jesus gesagt hat „liebe deinen Nächsten“. Er hat mir nicht den Auftrag gegeben, die Politik zu verändern, den Hunger abzuschaffen, alle Krankheiten zu heilen und aus der Welt ein Paradies zu machen. Selbst Mensch wusste er, dass das eine unmögliche Aufgabe ist, die niemand bewältigen kann. Und ich schon gar nicht. Deshalb „liebe deinen Nächsten“. Das heißt für mich, mich auf meine Fähigkeiten zu besinnen und die einzusetzen. Nicht irgendwo in Brüssel oder Washington. Sondern hier. Bei mir. Direkt vor meiner Haustür.

Ich bin ein Mensch. Schwach und alles andere als vollkommen. Aber ich kann lächeln, trösten, in den Arm nehmen, verteidigen, aufbauen, reden, zuhören, erklären, verstehen, vergeben. Ich kann für meine Überzeugungen geradestehen. Ich kann mich meinen Überzeugungen entsprechend verhalten. Und ich kann schreiben.

Das ist mein Job, meine Aufgabe. Meine Berufung. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.

 

November 8

Writer to the Bone – Feder, Rose, Schädel

Writer to the bone Autorin Yvonne Wüstel Romane

Das bin ich. Ein „Writer to the bone“ oder „Autorin durch und durch“. Das Schreiben prägt meinen Alltag, meine Zeiteinteilung, meine Freizeit, meine Freundschaften, mein häusliches Umfeld. Für´s Schreiben brauche ich eine ganze Reihe Dinge – Werkzeuge, Hilfsmittel, aber auch Dekoration: Mein Notebook natürlich (es heißt Hewie, und ich liebe es!), viele Notizbücher, Stapel an Notizzetteln, Kugelschreiber und Bleistfte, einen Schreibtisch, dichte Vorhänge, die passende Musik, Kerzen, Tee … Ich könnte die Liste noch weiter fortsetzen und bestimmt werde ich hier irgendwann dem einen oder anderen ein paar Zeilen widmen. Aber letztlich sind es vor allem drei Dinge, die mich und mein Autorendasein als Writer to the Bone prägen und ausmachen:

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November 4

Eine Frau – viele Namen. Oder: Warum Pseudonyme?

Pseudonyme Vielfalt Romane Yvonne Jarré Yvonne Asmussen Yvonne Winkler Franziska Wulf

Eine Frage, die mir oft gestellt wird, und das nicht nur von Lesern, sondern auch von Kollegen: Warum nutzt du eigentlich Pseudonyme?
Für die Wahl eines anderen Namens kann es natürlich verschiedene gute Gründe geben:
Entweder will man nicht auffindbar sein (oder wenigstens nicht so schnell – die Herrschaften der Geheimdienste sollen ja auch etwas zum Knobeln haben, nicht wahr?).
Oder man schreibt Romane in einem Genre, das … nun ja … nicht ganz jugendfrei ist, und man möchte vermeiden, dass der kleine Sohn oder die Tochter sich in der Schule rechtfertigen müssen für den »Schmuddelkram« den die Mama da zu Hause an ihrem Schreibtisch produziert.

Doch was trifft auf mich zu?

Also.
Ich habe keine Probleme mit dem Geheimdienst, schreibe weder Erotik-Romane noch Eingeweide-verspritzenden Horror und stehe hinter jedem Wort, das ich geschrieben habe.
Aber warum dann? Warum schreibe ich nicht unter meinem Klarnamen?
Vielleicht kann ich es so am Besten erklären:
Schließen Sie mal bitte die Augen und denken Sie an Ihr Lieblingsgericht. Na, bekommen Sie schon Appetit? Gut. Und nun stellen Sie sich bitte vor, dass Sie dieses Gericht jeden Tag essen – von Montag bis Sonntag, den ganzen Monat lang. Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich finde diese Vorstellung gruselig. Und ich wüsste, dass mir spätestens in der zweiten Woche diese Speise aus dem Hals hängen und die längste Zeit mein Lieblingsgericht gewesen sein würde. Ich brauche Abwechslung auf dem Teller: Ich liebe Pasta und die Italienische Küche, aber auch Chilli, Indisch, Sushi, Thai, Käsebrote, Ungarisches Gulasch oder Königsberger Klopse. Und die Rouladen meiner Mutter … Mir läuft gerade das Wasser im Mund zusammen.
So geht es mir mit dem Schreiben. Ich liebe es, spannungsgeladene, aktionreiche Krimis und Thriller zu schreiben. Und doch brauche ich gelegentlich die Tiefe und Romantik eines Liebes- oder Entwicklungsromans, die Opulenz von Love and Landscape und Fantasy, oder die bittere Düsternis einer Dystopie.
Aber warum schreibe ich dann nicht all diese Romane – und verwende meinen eigenen Namen?
Um bei dem kulinarischen Beispiel zu bleiben: Stellen Sie sich ein Restaurant vor, das ganz schlicht »Bei Yvonne« heißt. Was erwartet Sie da? Dem Voramen nach könnte es Französische Küche sein. Vielleicht auch Hausmannskost. Der Vorname ist ja nicht allzu selten. Aber ich wette, Sie wären mehr als überrascht, wenn Sie auf der Karte neben Currywurst und Falafel auch noch Sushi, Spaghetti Bolognese und Empanadas finden würden.
Vielleicht wären Sie nicht nur überrascht, sondern würden sich fragen, wie ein Koch in einer Küche all diese doch sehr unterschiedlichen Speisen gut zubereiten können soll (dass es geht, könnte meine Familie Ihnen bestätigen – aber das nur am Rande).
Deshalb schreibe ich unter Pseudonym.
Für jedes Genre ein Name. Damit niemand versehentlich zu einem Liebesroman greift, der eigentlich einen Krimi wollte.
Das soll Sie ja nicht daran hindern, bewusst mal etwas Neues auszuprobieren und einen der anderen Namen zu versuchen.
Denn »am Herd« stehe immer nur ich.
Yvonne Wüstel, Autorin.
Sie sind herzlich eingeladen!